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Plurale 5: Gewinn

Heft 5 - Gewinn
Inhalt

Zuvor
Editorial
Exposé zum Themenheft Gewinn
Notationen
Lustgewinn durch Sinnverlust: >Der Geist des Buchstabens< oder Das kleine a im Graffiti von Seak [ →  zum Artikel ]
Von Patrick Brunken
Ladnie. Hübsch. Kunstbetrieb als Konsumprojekt - Überlegungen zur Situation in Polen
Von Thomas Skowronek
Die fröhliche Hochschule
Von Tatjana Hofmann
Altern als Nebeneffekt einer Nutzenmaximierung
Von Konrad Oexle
Geschlecht als Gewinn. Zum Spektakel der Normierung in The Swan
Von Simon Strick
Ungeheure Gewinne. Neue alte Irritationen über Geldvermehrung in Rumänien
Von Thilo Beyer
Das verachtete Streben nach Gewinn. Zur deutschen Ideengeschichte des romantizistischen Idealismus
Von Carlo Schultheiss
Schlachtschiffe im Opernhaus. Musik als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln: England und Deutschland um 1900
Von Guido Heldt
>Bauernsohn, der zum Fürsten der Kunst gedieh.< Die Inszenierungsstrategien der Künstlerfürsten im Historismus
Von Birgit Jooss
Transpositionen
Philosophie und Erkenntnistheorie
Von Lev Shestov
Auktorial
Auspizien
Exposé zum Thema des nächsten Heftes: Beobachter


Exposé

Gewinn

Sie hatten beschlossen, ihr zum Geburtstag auf dem Markt genau drei Rosen zu kaufen. "'Rum drei, 'rum nich' fünf?" fragte der Händler. Genervt von dieser Frage, fielen sie den Händler an: "Wie viele Gesichter hat Gott, ha? Wie viele?" "Zwei fünfzig," war vom erschrockenen Händler nun zu vernehmen. Und er war wahrlich ein Dichter. )
(Nach D. A. Prigov

Das Wort Gewinn schmeckt positiv, assoziiert man damit doch einen Mehrwert, sei er symbolischer, sei er materieller Natur, der gegenüber der gegenwärtigen Position eine Verbesserung vorstellt. Ein Wort, das einen, zählt man zu den Gewinnern, lächeln machen kann. Einen Gewinn einzustreichen, das ist ein erhebendes Gefühl. Folgerichtig sind Siegerposen meist von aufstrebender oder von erhaben-stillständiger Symbolik: Triumphales Verharren zur Nationalhymne auf dem Siegerpodest, hochgereckte Fäuste und Herrmann des Cheruskers aufragendes Schwert im Teutoburger Wald, Churchills ikonisches Victory-V, der erhobene Kopf des Hausse-Stieres an der Börse, Champagnerfontänen, die schwer sich emporreckenden Töne von Strauss' Also sprach Zarathustra-Fanfare, die in Kubricks 2001 gleich für den Aufstieg der ganzen Menschheit einstehen muss - wenn auch mit dem Wermutstropfen, dass sie sich nicht selbst am Schopf aus dem evolutionären Sumpf zieht, sondern außerirdischer Anstöße bedarf.

Dass der Gewinn der einen den Verlust der anderen bedeuten mag, muss jedoch jene Primatengruppe bitter erfahren, die nicht Hand an Kubricks elevierenden Monolithen legen darf und deshalb zu dumm bleibt zur Entwicklung fortschrittlicher Waffentechnik. Hier wird der Gewinn zur einen Seite in einem Nullsummenspiel. Da aber ein solches nicht weiterzuführen scheint, sondern nur im Kreis herum wie das Rad der Fortuna, das den Gewinner alsbald wieder hinabstürzt vom Gipfel, bevorzugen wir die Win-win-Situation, die allen etwas verspricht. Noch schöner, wenn der Gewinn einer Konstellation entspringt, die mehr ist als die Summe ihrer Teile - den Synergie-Effekten, die allerorten Unternehmensfusionen und interdisziplinäre Projekte verkaufen helfen, auch wenn die Prinzipien des Reibungsverlustes oder des abnehmenden Grenznutzens oft ebenso relevant wären.

Aber Gewinn und Gewinnen machen gut drauf und sind daher gern eine laute Sache. Die triumphale Geräuschkulisse zu Gewinnanlässen ist kaum zu überhören; aber die aus dem mediterranen Raum übernommenen Hupkonzerte nach Hochzeiten und Fußballfinalspielen oder scheppernde Blechdosen - just married - an den Stoßstangen von Flitterwochen-Limousinen werden aus Anteil nehmender Freude selten übel genommen. Hymnen und Lärm sind uns gut angewöhnt zu freudig-festlichen Ereignissen. Triumphmärsche in Opern oder nach tatsächlichen Kriegsgewinnen aber können ebenso erhebend wie beängstigend sein, und manchmal beides in gleichem Maße. Der Freude über den Gewinn, über das Gewinnen, geraten Verlust und Verlierer leicht aus dem Blick. Schillers/Beethovens Freude, schöner Götterfunken singt wenigstens nicht vom Sieg über den Feind, sondern von dem über die Feindschaft. Aber auch hier muss der sich weinend aus dem Bund stehlen, der weder Freund noch Weib errungen, der keine Seele sein nennt auf dem Erdenrund - Verlierer braucht es immer.

Erhebende Musik und fröhlicher Krach sind unter Umständen billig zu haben; Gewinnen hat aber auch mit Luxus zu tun, den man sich vom erzielten Gewinn leisten kann: "Hausse bedeutet Champagner, schnelle Wagen, schöne Frauen. Baisse dagegen ist billige Flasche Bier und eine Fahrt mit der Straßenbahn,"[ 1 ] definiert eine Internetseite zur Einführung in die Börsensprache den Unterschied zwischen den Hochs und Tiefs der Spekulationslinien. Mit einem solchen Satz ist auch schon die durchaus schmale Klischeepalette der Verwöhnaromen angesprochen, die einen Augenblick des Triumphes begleiten. Und wo und wie in die Bilanz sich die schönen Frauen einordnen, die da gewonnen werden, wüsste man gern; nicht weniger gern, wohin sie zerrinnen, wenn aus dem Gewinn Verlust geworden ist. Und was sagen die, für die eine billige Flasche Bier und eine Fahrt mit der Straßenbahn nicht die Baisse, sondern den Normalfall ihres Lebens darstellen?

Gewinn und Gewinnen hat damit auch eine moralisch suspekte Komponente: Wer heutzutage einen Krieg gewinnt, macht sich leicht verdächtig, sich ein Recht erzwungen zu haben und kann sich - in diskursiver Perspektive (west)europäischen Denkens - kaum der moralischen Unterstützung des alten Kontinents versichern. Die Emotion gebührt hier den Verlierern. Und Kriegsgewinnler war schon immer eine verpönte Position und ein hässliches Wort. Schamlos breites Siegerlächeln ist höchstens zu harmlosen Anlässen gestattet und macht nur Freu(n)de, wenn der erste Platz oder Preis generöses Gebaren des Gewinners auslöst. Aber auch in der (etwas) weniger existentiellen Welt des wirtschaftlichen Auf und Ab ist die Moral des Gewinns eine umkämpfte Sache: Zwischen shareholder und stakeholder value, zwischen Gewinnmaximierung und patriotischer Inanspruchnahme der Wirtschaft, zwischen der Privatisierung der Gewinne und der Sozialisierung der Verluste werden viele Schärflein ins Trockene gebracht, und manche bleiben im Regen stehen. Und da stehen letztere so lange, bis ihre vormalige Niederlage auf dem Feld ökonomischer Auseinandersetzungen in noch schwereren Krisenzeiten wieder als kleiner Gewinn erscheinen darf bzw. soll: nämlich als Beispiel dafür, wenig zu haben und doch irgendwie das eigene Leben verwalten zu können. In solchen Zeiten werden die Fahnen mit der strahlenden Sonne auf rotem Grund, die einstmals zugunsten der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums auf möglichst viele einzelne geschwenkt wurden, beschämt wieder eingerollt. Dann gilt es als Gewinn bringende Einsicht, das über-die-eigenen-Verhältnisse-Leben zu erkennen und überwinden zu wollen: Gewinne kann man schaffen, solange ausreichend viele das Spiel mitmachen.

Wer einen Prozess gewinnt, kann - je nach nationaler Rechtssprechung und zivil- oder strafrechtlichem Anlass - Recht haben im lediglich juridischen Sinne (und hatte wahrscheinlich nur den besseren Anwalt) oder Recht haben in einem moralischen Sinne. Meist geht die aus der Nahperspektive gar nicht so feine Unterscheidung mit der Zeit aber in Vergessenheit; übrig bleibt das Gewonnenhaben. Die Position des Gewinners ist exklusiv; die Menge der Verlierer ist groß, unüberschaubar und anonym. The winner takes it all; im Mehrheitswahlrecht vieler Staaten ist das ins politische Prinzip gegossen.

Wer erinnert sich schon an jene jenseits des dreistufigen Treppchens, auf dem erfolgreiche Sportler die erkämpften Metallplaketten küssen? Wer - außer den Baissiers an der Börse, die ihr eigenes Spiel mit den Höhen und Tiefen der Kurse treiben - spekuliert mit dem Verlustgeschäft? Wer räumt den Kriegsschauplatz auf, wenn die Gewinner und Gewinnler abgezogen sind und geschundene Menschen und Landschaften zurücklassen, oft vermint über Jahrzehnte, mit invaliden Körpern, Köpfen und Ruinen. Im Schattenreich des Gewinns tummeln sich vielleicht verborgene Talente, unauslotbar meist, ein gefundenes Fressen für die Foucaultsche Diskursanalyse, die sich stets für das Jenseits der Siegergeschichten interessiert. Auf dieser Kehrseite der Medaille verbergen sich Tragödien der Kriegsverlierer, der Börsenspekulanten, der ungedruckten Gedichte und Romane, der nicht gewährten Anträge, seien sie wissenschaftlicher oder emotionaler Natur, der Komposition für die Schublade oder der verhängten Bilder und Spiegel. Die Schattendiskurse stellen sich denn auch anders dar, die Gestik verkrümelt sich, der Baisse-Bär senkt brummig den sturen Schädel. Gewiss, viel Pathos ist im Niedergang: Decline and Fall of the Roman Empire, Der Untergang des Abendlandes, "Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden". Aber das wäre eine andere Geschichte. Gewinner zu sein, das macht den Unterschied. Oder, im diskursiven Duktus zeitgenössischer Philosophie: die Differenz.

Gewinn bezeichnet eine Entwicklung oder einen Fortschritt, das Erreichen eines Ziels oder schlicht die unerhörte Begebenheit von sechs Richtigen im Lotto. Ob man Zeit oder Geld gewinnt, eine Wette oder einen Prozess, einen Wettkampf oder das Herz einer begehrten Person, Gewinn überwindet die Distanz vom Ort des Wunsches zum Ort des Ziels. Dieser Vorgang findet möglicherweise unter höchstem Einsatz statt, um jeden Preis, um einen Gewinn zu erzielen, einen anderen, vermeintlich größeren, wichtigeren Preis einzustreichen - Phyrrus-Siege. Die geschundenen Körper ehemaliger Leistungssportler sind der Preis für einen Augenblick des Jubels, Sportgeschichte meistens en miniature, der Nervenkitzel des nicht nur russischen Roulettes bringt einen für einige rauschhafte Augenblicke um Vermögen oder Leben, Hand und Herz einer begehrten Person um einen guten Teil persönliche Freiheit etc.

Gewinn, Zugewinn gibt es vielleicht nicht ohne Einsatz, nicht ohne Tausch gegen einen anderen Wert. (Auch wenn zu überlegen wäre, worin dieser für den Rentier, den Couponschneider besteht, der seine Gewinne sich selbst fortspinnen lässt.) Stimmt das, dann kann man der Derrida'schen Dekonstruktion recht geben, der zu Folge es ein Erreichen des intendierten Ziels nicht gibt: Der ewige Aufschub regiert, der uns durch Einspeisung stets neuen (Signifikanten-)Einsatzes vom Ziel immer aufs Neue trennt. Dass man mit diesem Prinzip, mit dem Aufschub der Spannungslösung, trefflich Musik machen kann, haben die Komponisten im 17. Jahrhundert gemerkt und damit mindestens bis Brahms ihr Metier betrieben. Eine solche, ökonomische Lesart poststrukturalistischen Philosophierens macht den Zeichenwert entweder strukturontologisch deutbar (damit wäre der symbolische Wert gleich einem materiellen) oder substanzontologisch. Der - endgültige - Verlust bliebe als endlicher Rest und der - bleibende - Gewinn wäre eine reale Option.

Das Nachdenken über das neue PLURALE-Thema lässt einen vielleicht nicht immer gewinnend lächeln. Der Erkenntnisgewinn wäre aber immerhin eine denkbare Option.
Ihre Beiträge zum Thema erwarten wir bis zum 15. Januar 2005.

[ 1 ] http://www.boersenschule24.de/bs24/artikel/hausse_baisse.htm [07.05.04]


Abstracts

→ Outrageous Yields: Renewed Classical Confusions about Multiplying Money in Romania.
By Thilo Beyer
→ Lustgewinn durch Sinnverlust: >Der Geist des Buchstabens< oder Das kleine a im Graffiti von Seak.
By Patrick Brunken
→ Battleships in the Opera House. Music as the Continuation of Politics by Other Means: England and Germany around 1900.
By Guido Heldt
→ Die fröhliche Hochschule.
By Tatjana Hofmann
→ "Bauernsohn, der zum Fürsten der Kunst gedieh" - Die Inszenierungsstrategien der Künstlerfürsten im Historismus.
By Birgit Jooss
→ Aging as side-effect of a benefit maximization.
By Konrad Oexle
→ Das verachtete Streben nach Gewinn. Zur deutschen Ideengeschichte des romantizistischen Idealismus.
By Carlo Schultheiss
→ Ladnie. Handsome. The Art World as a Project of Consumption - An Essay concerning the Situation in Poland.
By Thomas Skowronek
→ Geschlecht als Gewinn. Zum Spektakel der Normierung in The Swan.
By Simon Strick



Thilo Beyer: Outrageous Yields: Renewed Classical Confusions about Multiplying Money in Romania.
In Romania's first post-socialist years so called pyramid schemes cheated millions of depositors out of their money. While they offered tremendous short-term interest rates and collapsed sooner or later, a wide public debate accompanied this socio-financial phenomenon. The article takes it as a starting point for analyzing how interest is contested in moral terms and by which strategies it is justified, looking at statements of participants and at promotion campains. Since multiplying money seems paradoxical at first glance, some deja-vu patterns of consusion were renewed - like the Aristotelian and medieval condemnations of multiplying money, comparisons with organic growth in nature, and even metaphysical categories like apocalypse or salvation. This example shows once more that money can be not only a promoter of rational calculation but also an object of quasi religious mystification, especially in times of economic crises.



Patrick Brunken: Lustgewinn durch Sinnverlust: >Der Geist des Buchstabens< oder Das kleine a im Graffiti von Seak.
The single "a"'s of professional Graffiti-Artist Seak illustrate an "Ésprit de la lettre" as outlined by Barthes. This post-structuralist concept, owing Derrida's "différance", (re-)produces the letters' pictorial aspects as they become visible beyond signification. Top down-approaches to 'graffiti' systematically fail to read this spectacular aspect as its prime feature, weighing it down with socio-ideological (over)interpretation instead - as early did even Baudrillard to his originally "empty signifier". Differently, the "Spirit of the letter" displays an aesthetics without signifying reference, inextricably mixing up image and writing, referring back to and reflecting on the sign in its very making, without surplus value joyfully rendering a "sterile difference" (Lyotard). The aesthetic appeal of dysfunctionalized forms and the pleasures in play show analogies to (lowrider-)customizing.



Guido Heldt: Battleships in the Opera House. Music as the Continuation of Politics by Other Means: England and Germany around 1900.
The text charts features of the art music discourse between England and Germany from 1800 to World War I. Around 1800 German commentators of the English musical scene begin to identify a lack of native musical production, and begin to allege that Englisch commercialism and utilitarianism were the reasons. During the 19th and early 20th centuries, this critique solidified into an dismissiveness which assuaged a German inferiority complex in the face of English political stability and world domination. But German musical condescension became a fixation for English musicians in the second half of the 19th century (the more so since the critique of English materialism was common in late-Victorian cultural discourse itself). Composers were torn between the need to emulate German music to prove that they were able to compete on the same playing field, and of defining English music as fundamentally different from the Germanic models, which, especially in the case of Richard Strauss, became identified with the ostentatious displays of power of the German Reich before World War I.



Tatjana Hofmann: Die fröhliche Hochschule.
Present changes in the German university system promise benefits for all disciplines. It is argued that especially the arts and the humanities would get rid of their "traditional" problems of profitableness after having been organized in a rational and efficient way, comparable to a business company. This would implicate the application of mathematic parameters in order to measure quality, usefulness and necessity of university-based research and education. As a result, the supposed economical value of a discipline has an impact on its funds and thus restricts its independence. The humanities have the choice either to bow to economic rules or to stay on the losing side. Their defence seems to be useless: the self-reflexive discourse can be used against them in an economical argumentation.
This text tries to find possible advantages of the at the moment so vehemently criticized state of the humanities.



Birgit Jooss: "Bauernsohn, der zum Fürsten der Kunst gedieh" - Die Inszenierungsstrategien der Künstlerfürsten im Historismus.
The term "princes of art" is commonly associated with the great Munich painters of the second half of the 19th century, who stood out from the mass of contemporary painters through their lifestyle. A closer look at their biographies shows that many of them came from lower or lower middle-class backgrounds, but that they eventually overtook the "parvenus" in commerce and industry and found acceptance in the highest social and political echelons. The article analyses why such careers were typical for Munich, why this city saw the emergence of a specific artistic lifestyle, what was actually implied by the term "prince of art", which strategies of self-presentation and -promotion were necessary to be accorded that epithet, and why only very few painters managed to reach this level of social conspicuousness.



Konrad Oexle: Aging as side-effect of a benefit maximization.
Aging may be defined as the increase of intrinsic mortality with age. Biology provides explanations for both how aging is caused and why aging evolved. Causes of aging have been found in all fundamental aspects of live (metabolism, reproduction, mutability) and on all levels of integration (molecular, cellular, systemic). The evolution of aging has been explained by the fact that the forming force of natural selection declines with age, i.e., that deficiencies of older age have little or no effect on the evolutionary fitness. According to the "disposable soma theory", organisms allocate their resources according to an optimal trade-off between growth, reproduction and self-maintenance in order to maximize their fitness, that is, their evolutionary benefit. Aging is a side-effect of this benefit maximization and results from submaximal self-maintenance. The evolutionary formation of genetic programs that adjust the trade-off and, consequently, the rate of aging to ecological conditions (e.g., calorie supply) is possible, however.
The present communication concludes with a remark on the possible relation between the trade-off in the disposable soma and the antagonism of rate versus yield in energy metabolism. This antagonism, in turn, relates to a prisoner's dilemma affecting organisms that try to benefit efficiently from an energy source without leaving it to the progeny of their competitors. Prisoner's dilemma is resolved by social regulation indicating that there might be a genetically implemented link between social regulation and aging.




Carlo Schultheiss: Das verachtete Streben nach Gewinn. Zur deutschen Ideengeschichte des romantizistischen Idealismus.
The article rests on the belief that among German intellectuals and politicians there is a widespread aversion against the idea of pursuit of profit. It examines the roots of this attitude by looking back to the history of ideas. By using this approach it is argued that the romanticist idealism of German eightteenth century's authors has prepared the distinctions of culture versus civilization, community versus society, merchants versus heroes and idealism versus egoism. For its part the influence of these distinctions helps to explain why National Socialist thinking could be attractive to many Germans. But it also helps to understand why pursuit of profit is still in very evil repute although everybody will confirm that without it markets would not work.



Thomas Skowronek: Ladnie. Handsome. The Art World as a Project of Consumption - An Essay concerning the Situation in Poland.
Since 1989 the Art World in Poland has undergone significant changes. One of the main topics has been - and still is - the establishment of an art market adapted to Western models. The old system of cultural exchange from Socialist times is confronted with an idea of the Art World, being mainly influenced by market-economic concepts. By taking into view two paradigmatic protagonists of the contemporary Polish Art World, the artists group Ladnie (Handsome) and the gallery for contemporary art Raster from Warsaw, this article examines some of the mechanisms, by which the new situation is being constituted. In fact, it seems as if both protagonists reckon the economical dimension of their projects as a guaranteeing factor for artistic quality. The idea of an art market confers esthetical and economical value even to projects criticising its marketing basis. This understanding of artistic performance and the Art World shows traits of a neoromantic kind. In context of and in contrast to a postmodern respectively economical relativization of values the art market functions as a metaphysical value.




Simon Strick: Geschlecht als Gewinn. Zum Spektakel der Normierung in The Swan.
Reality TV displays or invades the private sphere of "ordinary people" almost by defintion. One extreme step toward the spectacularization of the personal has been taken by Fox TVs recent format The Swan, which presented women who were unhappy with their bodies and lifes and underwent cosmetic surgery in a competition for the "most beautiful swan". The paper traces how a technological process of gender normalization (plastic surgery) is narratively framed in the show and how this representation of gender as a site of self-optimization and self-control is complicit with a changing politics of power, that has recently been theorized by governmentality studies. The aspect of self-improvement is particularly important with regard to the competitive setting of The Swan, which installs the technological shaping of femininity as a legitimate gender performance. The paper analyses among others the following aspects: - the narrative framework of the series, which situates female identity within a complex of body and materiality, psyche and trauma, and technology. - the transformation of surgical body alteration into personal experience and investment into the self. - the representation of pain and trauma as a necessary supplement of "economized femininity".